Ostergruß und Öffnungszeiten
Das Büro des EBW-Ansbach ist vom 7. – 10. April 2026 nicht besetzt.
Ab Montag, den 13. April 2026 sind wir wieder zu unseren angegebenen Zeiten erreichbar.
Ostergruß 2026
Ostern summt!
Liebe Gotteskinder!
Die kleinen Kinder singen immer noch: „Summ, summ, summ, Bienchen, summ herum. Ei wir tun dir nichts zuleide, flieg‘ nur aus in Wald und Heide. Summ, summ, summ, Bienchen, summ herum.“ Und in der vierten Strophe singen sie so: „Summ, summ, summ, Bienchen, summ herum. Bei den Heilig-Christ-Geschenken wollen wir auch dein gedenken. Summ, summ, summ, Bienchen, summ herum.“
Das Kinderlied ist ein Osterlied. „Bei den Heilig-Christ-Geschenken wollen wir auch dein gedenken. Summ, summ, summ, Bienchen, summ herum.“
Das wollen wir in der Osterzeit auch machen: Der Bienen an Ostern gedenken. Nicht weil es einmal ein Volksbegehren gab. Weil es zur Osterliturgie gehört, machen wir das. Denn seit alters her gibt es in der Osterliturgie ein Gebet auf die liebe Biene. Wie also Ochs und Esel die „Weihnachtstiere“ sind, so ist die Biene das „Ostertier“.
„Summ, summ, summ, Bienchen, summ herum. Bei den Heilig-Christ-Geschenken wollen wir auch dein gedenken.“
Die Kirchenväter haben das gemacht. Sie haben an das Wort Gottes gedacht.
Die Väter der Kirche haben das Wort Gottes oft mit einer Wabe verglichen, in der als Honig geistige Nahrung zu finden ist, an der man sich laben und stärken kann.
Gregor von Nazianz lässt sich von diesem Vergleich anregen und schreibt: „Geh zur Biene und lerne, wie arbeitsam sie ist und wie ernst sie ihre Tätigkeit nimmt. Wie zu einer Wiese soll man zu den göttlich inspirierten Worten hinfliegen. Dort soll man so viel einsammeln, wie zum Erlangen der Weisheit erforderlich ist, und sich eine Honigwabe herstellen. Der Ertrag dieses Arbeitseifers wird im eigenen Herzen wie in einem Bienenstock aufbewahrt.“
Wir sollen zu den Worten Gottes fliegen und dort Weisheit und Klugheit, Schöpfungsbewahrung und Gnade sammeln.
Der Pfarrer von Wernsbach wäre in diesem Bild vielleicht eine kleine dicke Hummel. Aber dier Konfirmanden und Präparanden würdet wie kleine fleißige Bienen Gottes Wort einsammelt. Sie würden merken wie süß und gut das schmeckt.
Und so ist es ja auch. Eine wunderbare Speise ist das Wort Gottes: Süß und heilsam.
Wenn jemand sagt: „Fürchtet Euch nicht!“ „Er lebt!“ Oder: „Der Auferstandene liebt Dich ein Leben lang!“ Ein ganzes Leben lang liebt Dich Gott. Und noch darüber hinaus. Das ist fast süßer als Honig. Und eine Götterspeise ist das Wort Gottes für die Königskinder, die Kinder des Höchsten.
„Bei den Heilig-Christ-Geschenken wollen wir auch dein gedenken. Summ, summ, summ, Bienchen, summ herum.“
Liebe Gotteskinder!
In der Liturgie der Kirche hat die Biene, wie gesagt. Karriere gemacht. Liturgisch hat die Biene dem Osterhasen den Rang abgelaufen. In der Osternacht wird ein Loblied auf die Biene und deren Fleiß in vielen Kirchen angestimmt. Im Hymnus auf die Osterkerze findet sich das sogenannte Bienenlob. Dort heißt es unter anderem:
„Die Biene überragt alle übrigen Lebewesen, die dem Menschen unterworfen sind. Obwohl sie winzig ist in ihres Körpers Kleinheit, gewaltige geistige Kräfte wälzt sie in ihrer engen Brust. An Körperlichkeit schwach, aber stark an geistiger Fähigkeit. Nachdem sie erkundet der Jahreszeiten Wechsel, sobald sein weißes Aussehen der reifbedeckte Winter abgelegt hat und das altgewordene Eis des Frühlings laue Lüfte aufgeleckt haben, folgt sogleich der Drang, hinauszugehen zur Arbeit, und verstreut über die Fluren lassen sie sich, nachdem sie die Flügel noch ein wenig geschwungen haben, mit lockeren Beinen nieder, um mit dem Rüssel zu sammelt den Blütenstaub.
Beladen mit ihrer Nahrung kehren sie zum Lager zurück und dort errichten die einen mit unschätzbarer Kunst kleine Gehäuse mit zäh haftendem Leim, andere pressen den flüssigen Honig zusammen, andere wandeln den Blütenstaub in Wachs, andere formen mit dem Rüssel die Brut, wieder andere schließen den von den Blättern gesammelten Nektar ein. O wahrhaft glückliche und wunderbare Biene.“
Ohne die Biene, keine Osterkerze, könnte man kurz sagen; ohne die Biene kein „Licht der Welt“. Wenn ich nach Ostern die fleißigen Bienen sehe, wie sie zwischen den farbenprächtigen Blumen hin- und herschwirren, denke ich so auch an Christus, den Auferstandenen. Oder eben wie die Kinder singen: „Bei den Heilig-Christ-Geschenken wollen wir auch dein gedenken.“
Und das wäre was, wenn wir uns an dem Tier ein Beispiel nehmen würden.
An diesem Bienenfleiß für das Licht der Welt.
Es ist dunkel genug in unser Gesellschaft, Kriege, Lug und Trug schatten unser Leben ab.
Schwingen wir uns also auf, für das Licht der Welt zu sammeln.
Wir sind nicht zu klein.
Es heißt ja von der Biene im Osterlob: „Obwohl sie winzig ist in ihres Körpers Kleinheit, gewaltige geistige Kräfte wälzt sie in ihrer engen Brust. An Körperlichkeit schwach, aber stark an geistiger Fähigkeit.“
Wir sind reich beschenkt. Gott hat für uns einen Weg in die Ewigkeit bereitet.
„Bei den Heilig-Christ-Geschenken wollen wir auch dein gedenken. Summ, summ, summ, Bienchen, summ herum.“
Vom Ostertier her könnte man sagen: „Ostern summt!“ Amen!
Frohe und gesegnete Ostern: Summ, Summ, Summ!
Pfarrer Dr. Johannes Wachowski, Margit Scheiderer, Sabrina Sommer
