Weihnachtsgruß 2025 aus dem EBW-Ansbach
Sehr geehrte Damen und Herrn, Kolleginnen und Kollegen, liebe Förderer und Unterstützer des EBW-Ansbach,
zuerst möchte ich Ihnen eine kleine, persönliche Geschichte aus meiner Weihnachtsfrömmigkeit zum Thema „Krippenaufstellung“ erzählen:
„Zu unserem Weihnachtsbaum in meinem heimatlichen Burgkunstadt gehört natürlich auch eine Krippe. Sie steht nie unter dem Baum. Immer links von ihm: eine ebenbürtige, weihnachtliche Dekoration. Sie muss auch so hervorgehoben sein, sage ich mir. Denn wenn die Story vom Kind in der Krippe nicht erzählt wird, was soll dann der ganze Baumzauber!
Wer die Krippe aufstellt, bestimmt die Inszenierung. Klar! Es sind immer die gleichen Figuren und die Rollenverteilung ist umrissen. Aber es kommt eben auf noch viel mehr an. Wer schon einmal eine Familienaufstellung gemacht hat, der weiß das sehr gut: Auf Nähe und Distanz, die Richtung, die Nachbarschaft, die Achsenbeziehungen der Personen – vielleicht lässt man ja auch jemanden weg, oder man stellt eine Figur hinter die Krippe… oder man stellt Joseph zu den Schafen und den Hirten zu Maria… oder noch anders: Jesus inmitten der Magier und Maria und Joseph weit weg…usw. Auf das und viel mehr kann geachtet werden!
Letztes Jahr hat meine Schwester die Krippe aufstellen lassen und das hatte Folgen.
Der Hirte war weit weg. Er fiel fast die „Bühne“ runter. Die Magier waren näher an der Krippe dran. Also: der Einfältige noch auf dem Weg, und die Weisen der Welt schon angekommen. Ja, vielleicht ist das
passend für die augenblickliche Zeit: Wir brauchen mehr Weisheit und Vernunft, als Einfalt und Naivität. Das kirchliche bildungsreiche Lob der Naivität und der Einfalt an Weihnachten ist ja manchmal auch unerträglich. Gelegentlich meint man, „die Geistlichkeit“ will einen für dumm verkaufen.
Und noch was war im letzten Jahr anders als sonst gestellt. Während die Schafe und ihr Hirte auf dem Weg sind, haben zwei Tierlein schon den Weg gefunden. Nicht die Altbekannten, Ochs und Esel. Die habe ich auch schon einmal weggelassen. Sie gehören eigentlich nicht zur Krippe, schon gar nicht zur Heiligen Familie, stehen sie doch auch für die antijudaistische Tradition, die ein Jesajawort missbräuchlich aufgreift: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.“ (Jesaja 1,3)
Zwei Schäflein haben Platz genommen und schauen auf zur Heiligen Familie.
Ohne Hirten haben sie den Weg zur Krippe gefunden und dort ihren Platz. Wenn man dieses Arrangement mit dem pastoralen Kirchenwesen versprechen will, darf man sagen: Vielleicht braucht es vieles kirchliche Wording und Planen gar nicht. Gott selbst bahnt seinen Weg für uns zu sich! Vielleicht ist das Vertrauen in die Gotteskraft wichtiger als die Planspiele und Kirchenaufstellungen mancher Kurie. Und vielleicht ist das auch ein großer Trost, angesichts des theologischen Umbaus, der mutigen Neugestaltung, der grundlegenden Veränderung unserer Kirche und deren Werke. Der Blick zur Krippe und auf die Heilige Familie ist immer möglich – Gott bahnt sich seinen Weg. Wir sind Gefundene!“
Nach dieser persönlichen Andacht, möchten wir uns bedanken und gute Worte sagen.
Wir bedanken uns bei allen, die uns bei unserer Bildungsarbeit in der Welt unterstützt, gefördert, bereichert und enthusiasmiert haben. Wir danken uns bei allen, die uns immer wieder auch auf unsere Heimat und die Kraftquellen des Glaubens hingewiesen und so Räume der Freiheit und Unabhängigkeit eröffnet haben.
Besonders bedanken wir uns bei den Kirchengemeinden und den Menschen vor Ort, die sich für eine Evangelische Erwachsenenbildung einsetzten. Das EBW lebt von den Gemeinden und deren Unterstützung. Wir wissen, dass es manchmal bürokratisch mühsam ist, aber danke, dass Sie sich für uns dennoch engagieren.
Wir wünschen Ihnen frohe und gesegnete Weihnachten,
wir sehnen uns nach Frieden auf Erden, wir beten für den Erhalt der Demokratie und der Freiheit und grüßen Sie herzlich aus dem EBW,
Danke und behüt‘ Sie Gott!
Das evangelische Bildungswerk im Dekanat Ansbach wünscht:
friedliche und erfüllende Weihnachtstage und
einen phantastischen Start ins Jahr 2026.
Herzliche Grüße und Gottes Segen auf all Ihren Wegen!
Das Team vom EBW-Ansbach:
Pfarrer Dr. Johannes Wachowski (Geschäftsführer)
Margit Scheiderer (Sekretärin und Mitarbeiterin)
Sabrina Sommer (pädagogische Mitarbeiterin für Eltern&Familien)
P.s.: Unser Büro ist vom 22. Dezember 2025 bis 05. Januar 2026 nicht besetzt. Ab 07. Januar 2026 ist das EBW-Ansbach wieder wie gewohnt erreichbar.
Fotos: Pfarrer Dr. Wachowski privat
